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Wie funktioniert eine Einspritzanlage?

Moderne elektronische Einspritzsysteme setzen sich auch bei Motorrädern immer mehr durch. Im Vergleich zur Vergasertechnik liefern sie bessere Leistungsausbeute und senken Benzinverbrauch sowie Schadstoffemission.

Bei einer elektronischen Benzineinspritzung wird je nach Fahrsituation und Betrieb des Motorrads immer nur die optimale Kraftstoffmenge ins Saugrohr eingespritzt und vermischt sich dort mit der Luft. Elektronische Mess- und Regelungselemente ermitteln die ideale Einspritzmenge und sorgen dafür, dass zum Beispiel beim Starten des kalten Motors oder beim Beschleunigen die Kraftstoffdosierung erhöht wird.

Die Gründe für den Trend hin zur elektronischen Benzineinspritzung liegen auf der Hand: "Fuel Injection" ist viel sensibler abgestimmt und passt sich veränderten Rahmenbedingungen, wie Temperatur- und Luftdruckschwankungen, permanent an. Um besser zu sein als ein Vergaser, holt die Einspritzanlage zur Berechnung des Kraftstoff- / Luftgemisches detaillierte Informationen ein - mit Hilfe von Sensoren.

Die Feinabstimmung ist dabei keineswegs problemlos, dies zeigt ein Blick in die Geschichte der Motorradeinspritzanlage. Das erste Serienbike mit einer Einspritzanlage kam 1980 auf den Mark: Fünf Sensoren ermittelten am Motor die Informationen über Drehzahl, Temperatur der Ansaugluft, Zylinderkopftemperatur, angesaugte Luftmenge und Drosselklappenstellung. Diese Daten flossen an die Steuer- oder Regelungseinheit weiter. Mit Hilfe von gespeicherten Tabellen und den eingehenden Daten berechnete das Steuergerät die exakte Dosis Benzin, die über die Einspritzdüsen in den Ansaugkanal gelangte.

Das Nachfolgermodel besaß bereits deutliche technische Verbesserungen. Der Luftmengenmesser, der bisher den Ansaugkanal verengte, wurde durch einen filigraneren Fühler ersetzt. Dieser maß nicht mehr die Luftmenge, sondern den Druck im Ansaugrohr. Die Einspritzdüsen saßen nun am Drosselklappengehäuse und nicht am Zylinderkopf. Eine Schubabschaltung reduzierte den Benzinverbrauch zusätzlich.

Der rasante fortschritt spiegelt sich an heutigen Systemen wider, die noch komplexer aufgebaut sind und präziser arbeiten. Tauschbare Chips im Zentralrechner, die am PC programmiert werden können, erlauben die zeitsparende Neuabstimmung eines Triebwerks. Häufig fließen auch noch weitere Informationen wie Umgebungsluftdruck/ -temperatur mit in die Berechnung des Gemisches ein. Folge: Die Motoren laufen in jeder Situation kultivierter und sind sparsamer.

Das Beste, die Benzineinspritzung bietet optimale Voraussetzungen für den Einsatz eines geregelten Katalysators, der den Schadstoffausstoß beträchtlich reguliert - modernes Management der Umwelt zu liebe.

E-Mail an: Motorrad Schramm