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Leichtigkeit des Seins: Wer sein Motorrad in allen "Lebenslagen" beherrscht, kann auch schwierigere Strecken so richtig genießen.
Motorradfahren ist ein faszinierendes Freizeitvergnügen. Für viele passionierte Zweiradler ist es gar ein wichtiger Teil ihres Lebens. Die Kehrseite der glänzenden Medaille: Viele fahren - doch sehr viele beherrschen ihre Bikes nicht. Glaubt man den Beobachtungen der Instruktoren von Fahrlehrgängen, dann können weniger Motorradfahrer als angenommen eine effektive Bremsung aus Tempo 100 hinlegen. Gleiches gilt für richtiges Kurvenfahren oder reaktionsschnelles Ausweichen. Auch bei schlechter Sicht oder Regen beherrschen viele ihre Bike nicht richtig. Solche Situationen können in Sicherheitstrainings eingeübt und beherrschbar gemacht werden. Die dabei erworbene Routine zahlt sich letztlich auch durch größeren Fahrspaß aus.
Mehr Sicherheitsgefühl bedeutet jedoch keinesfalls, unter widrigen Umständen schneller fahren zu können. Diese Gleichung geht nicht auf. Zuallererst bedeutet Fahrsicherheit, in Extremsituationen die eigenen Reserven und die der Maschine besser nutzen zu können. Am sichersten fährt immer jener, der defensiv und vorausschauend unterwegs ist und gefährliche Situationen vermeidet oder sie rechtzeitig genug erkennt.
Für die Beherrschung der Maschine absolut unerläßlich ist die Kenntnis der Fahrphysik. Weshalb darf man in Schräglage keine Vollbremsung machen? Und wie kann man in einer entsprechenden Situation die Maschine dennoch optimal verzögern? Locker geht's leichter: Unverkrampft tolle Kurven zu fahren, ist mit das Schönste am Biken. Antworten auf einige wichtige Sicherheitsfragen folgen.
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Ein kritisches Verhältnis: Die Unterschiede zu kennen, nützt beiden - Auto- und Motorradfahrer.
Viele Leute meinen, daß zwischen Motorrad und Auto außer der Zahl der Reifen und der Blechhülle keine großen Unterschiede bestünden. Dieser Eindruck trügt. Besonders in der Fahrphysik gibt es große Gegensätze.
Bikes sind schlechter Erkennbar. Die schmale Silhouette des Motorrades ist im Gegensatz zum Auto oft nur schwer zu sehen. Besonders im Stadtverkehr und bei Übergängen von dunkel zu helleren Passagen wie z.B. Tunnelausfahrten oder Waldrändern ist die Gefahr für Motorradfahrer am größten. Vorbeugen sollte man durch ständig eingeschaltetes Abblendlicht (Pflicht!), kontrastreiche und farbige Kleidung sowie ein Helm in Signalfarbe.
Unterschätzt wird von vielen Autofahrern auch, wieviel Platz ein Motorrad in Schräglage benötigt. Die breite des Zweirades kann sich dann verdoppeln.
Auch beim Anfahren gibt es erhebliche unterschiede, beim Bike ist zusätzlich zum Spiel von Bremse, Gas und Kupplung auch noch die Balance gefragt. Erst wenn das Motorrad auf Touren gekommen ist, etwa 30 km/h greifen die stabilisierenden sogenannten Kreiselkräfte und lassen das Motorrad ohne Wackel geradeaus fahren. Es ist deshalb gefährlich die schmalen Räume zwischen zwei Autos oder Auto und Straßenrand auszunutzen.
Das Bremsen funktioniert beim Motorrad ganz anders als beim Auto. Durch die voneinander unabhängigen Systeme von Hand- und Fußbremse muß der Zweiradfahrer beim Verzögern eine viel komplexere Handlung vornehmen als der Autofahrer.
Viele glauben das ein Motorrad viel Wendiger ist, aber fürs Ausweichen brauchen Motorräder schon bei 50 km/h soviel Platz wie ein Auto. Ab 70 km/h benötigt ein Zweirad aufgrund der Fahrphysik des Einspurfahrzeugs sogar doppelt so viel Raum für ein schnelles Ausweichmanöver wie ein PKW.
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Sturzträchtig: Bremsen bei maximaler Schräglage ist überaus schwierig.
Beim Bremsen zeigt sich die hohe Kunst des Motorradfahrens. Da die Motorräder zwei voneinander unabhängige Bremsen besitzen, für Ungeübte ist die optimale Koordination dieser beiden Systeme so gut wie unmöglich. Da das menschliche Gehirn kaum dazu in der Lage ist, zwei völlig unabhängige Handlungen gleichzeitig zu kontrollieren. Eine der beiden Handlungen muß deshalb automatisch ablaufen.
Beim Bremsen verlagert sich durch die dynamische Achslastverschiebung die Belastung der beiden Räder. Hinterrad entlastet, Vorderrad stärker belastet. Bis zu 80% der gesamten Bremswirkung liegen dann auf dem Vorderrad. Deshalb darf das Rad auf keinen Fall blockieren: Ein Sturz wäre dann fast unvermeidbar.
Eine optimale Vollbremsung will deshalb immer wieder geübt sein. Bei der empfohlenen Variante sollte die Hinterradbremse bei Gefahr sofort "dichtgemacht" werden. Gleichzeitig wird die Vorderradbremse bis kurz vor der Blockade angezogen. Blockiert das Rad, sofort etwas nachlassen und anschließend wieder bis kurz vor die Haftungsgrenze verzögern. Zusätzlich muß gleich zu Beginn des Bremsmanövers die Kupplung gezogen werden, da dadurch die Kraftübertragung vom Motor an die Räder unterbrochen wird.
Erst der automatisierte Einsatz der Hinterradbremse ermöglicht die Konzentration auf die richtige Dosierung der vorderen Bremse. Es kann überlebenswichtig sein, diese Bremsungen zunächst unabhängig voneinander, dann im immer perfekteren Zusammenspiel zu üben. (z.B. Sicherheitstraining)
Die Blickrichtung des Fahrers spielt bei einer optimalen Notbremsung eine große Rolle.
Grundregel: Vom Hindernis, das im Gesichtsfeld auftaucht, wegschauen - hin zu einer möglichen Ausweichstrecke. Wer seinen Blick auf das Hindernis richtet, der fährt automatisch darauf zu.
Wer in Schräglage scharf bremst, fliegt in die "Botanik". Bei gefühlvollem Verzögern läßt sich die Maschine wieder aufrichten, so das man sie mehr und mehr abbremsen kann.
Die goldene Regel: Fahre nur so schnell in eine Kurve, daß du nicht bremsen mußt.
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Die Faszination Motorrad ist mit dem Reiz des Kurvenfahrens verbunden. Die Grenzen dieses Spiels sind durch drei Hauptfaktoren definiert: Der Fahrbahnbelag, die Haftgrenze der Reifen und die Bodenfreiheit der Maschine lassen nur eine bestimmte maximale Schräglage zu.
Es gibt drei Stilarten in Kurven zu fahren:
- Legen:
Im Straßenverkehr ist das sogenannte Legen zu empfehlen. Motorrad und Fahrer bilden dabei eine "Linie" und besitzen die gleiche Schräglage. Der Pilot dirigiert das Bike mit den Knien am Tank. In Gefahrensituationen ist die Sitzposition wichtig : durch den sicheren Kontakt zur Maschine ist es möglich ohne Zeitverlust durch Gewichtsverlagerungen sich weiter in die Kurve zulegen oder , wenn nötig, sich blitzschnell aufzurichten.
- Drücken:
macht im normalen Straßenverkehr nur wenig Sinn. Der Fahrer drückt mit fast senkrechtem Oberkörper die Maschine in die Schräglage. Der Nachteil: Kontakt zum Motorrad geht weitgehend verloren. Für plötzliche Ausweichmanöver im Straßenverkehr ist diese Stilart aber überlebenswichtig, so das jeder Motorradfahrer das Drücken sicher beherrschen sollte.
- Hanging-off:
aus dem Rennsport, ist für den Straßenverkehr ungeeignet.
Wichtig für eine gute Kurventechnik ist aber auch das richtige Angehen der Kurven. Beim Heranfahren an einer Kurve sollte der Fahrer möglichst weit in die Kehre hineinschauen, um den Straßenverlauf frühzeitig zu erkennen. Erst die Trennung Fahrt- und Blickrichtung ermöglichen es, einen ordentlichen "Strich" zu fahren. Eine Rechtskurve wird von der Fahrbahnmitte aus angegangen, eine Linkskurve vom äußersten, rechten Rand des Fahrstreifens. Wichtig: genügend Sicherheitsabstand, da ein Motorrad in der Schräglage seine breite verdoppelt. Schalt- und Bremsvorgänge müssen vor der Kurveneinfahrt abgeschlossen sein.
Die Biker-Regel "langsam rein in die Kurve, schnell wieder raus" sollte jedoch ergänzt werden:
- möglichst Spät einlenken,
- den Scheitelpunkt weit zum Kurvenausgang verlegen,
- in Schräglage mit konstantem Tempo fahren und dabei den Kopf regelrecht in die Kurve "hineindrehen", um den Blick dorthin zu wenden, wohin die fahrt geht.
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Seiten-Sprung: In Notsituationen bleibt als letzte Rettungsmöglichkeit oft nur die zügige Flucht ins Gelände, wobei spezielle Fahrtechnik vonnöten ist.
Über die Autobahn brausen und hinter einer Kuppe plötzlich ein Stauende - eine Horrorvorstellung für jeden Motorradfahrer. Die meisten Fahrer handeln instinktiv richtig: Sie machen eine Vollbremsung. Doch wenn nicht vor Schreck überbremst wird, reicht der Bremsweg oft nicht aus. Und in diesem Fall - den sicheren Aufprall vor Augen - reagieren nur wenige Motorradfahrer richtig: Sie lösen die Bremsen soweit, daß das Motorrad sicher dirigiert werden kann, und suchen sich einen geeigneten Fluchtweg.
Je nach Situation kann es sinnvoll sein, das Motorrad vor dem Ausweichmanöver noch zu verzögern. Doch meist bleibt keine Zeit. Folgendes Notfallprogramm muß dann praktisch automatisch und innerhalb weniger Augenblicke ablaufen: auskuppeln, den Blick auf den Fluchtweg richten, ausweichen, das Motorrad aufrichten - und dann entweder eine Vollbremsung oder den Rückschlenker auf die eigene Fahrbahn machen.
Steht nach geglücktem Ausweichmanöver ein Hindernis oder naht Gegenverkehr, bleibt in den meisten Fällen nur die Flucht ins Gelände. Auch eine schwere Maschine läßt sich bei einigermaßen ebenen Übergang ins Grüne und einer nicht zu buckligen Piste beherrschen.
Bei der Flucht vom Asphalt müssen folgende Punkte unbedingt beherzigt werden: Das Ausweichmanöver - also die Schräglage - muß beim Übergang auf loses Terrain abgeschlossen sein. Verbleiben auf dem Asphalt noch einige Meter freie Fahrt, sollte unbedingt noch gebremst werden. Sobald man sich im Gelände befindet, kuppelt man aus und stellt sich in die Fußrasten. Mit den Knien am Tank wird das Bike dirigiert und mit den Oberschenkeln das heftige Schaukeln des Motorrades ausgeglichen. Die Hände sollten ganz locker greifen, die Maschine findet dann von selbst den Weg. Auf keinen Fall verkrampfen! Gebremst wird mit der Hinterradbremse. Wichtig der Blick des Fahrers weit nach vorn schauen.
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Besonders die schmale Silhouette der Motorradfahrer läßt Autofahrer oft zu spät erkennen, daß ein Biker sie überholen will oder die Vorfahrt nicht frei ist.
Deshalb sollte jeder, auch wenn er es nicht besonders mag, bunte Kleidung tragen und einen hellen Helm aufhaben. Reflektoren für die Nacht bieten zusätzlichen Schutz. Ganz sicher gesehen wird man erst dann, wenn ein Blickkontakt mit dem anderen Verkehrsteilnehmer hergestellt ist. Dieser Kontakt ist besonders fürs Überholen sehr wichtig, er sollte über den Blick auf den Spiegel des PKW erreicht werden. Auch defensives Fahren minimiert das Unfallrisiko. Frei nach dem Motto "Traue nie dem anderen, vertraue nur dir selbst", ist eine vorausschauende Fahrweise die sicherste Bank für den Biker. Durch vorausschauende Fahrweise und permanentes Mitdenken sollte man versuchen, möglichst die Reaktion der anderen Verkehrsteilnehmer einzuplanen. Aber auch erfahrene Driver müssen zu Beginn jeder Saison neu ihre Gefahrensensorium schulen- der lange Winter macht in dieser Hinsicht extrem schläfrig.
Es gibt noch mehr kritische Situationen in der Stadt dazu zählen:- rutschige Kanaldeckel, großflächige Fahrbahnmarkierungen, die bei Nässe mit äußerster Vorsicht zu genießen sind, Ölspuren, Baustellenschmutz und auch tückische Straßenbahnschienen. Gerade für schmale Pneus äußerst gefährlichen Schienen sollten nur in einem möglichst stumpfen Winkel überquert werden.
Noch ein Wort eingereiht: Warten im Stau ist zwar unangenehm, aber das verbotene Durchschlängeln ist besonders riskant.
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Auf der Landstraße ist der Biker eigentlich in seinem Element.
Die einig sichere Regel: Immer so fahren, daß man im überschaubaren Straßenverlauf noch anhalten kann.
Schlechte Landstraßen glänzen oft durch wechselnde Fahrbahnbeläge. (z.B. Rollsplitt, Schlaglöcher)
Aber auch scheinbar gut gepflegte Landstraßen dürfen nicht zur Sorglosigkeit verführen. Gefahr z.B. durch Verschmutzungen (Laub, Fallobst, Erde und ähnliches)
Insbesondere auf Hausstrecken ist Konzentration und vorausschauendes fahren sehr wichtig. Ebenso bei geringen Geschwindigkeiten und noch so schönem Wetter ist es notwendig das Visier geschlossen zu halten. (wegen der Insekten)
Eine weitere Tücke des Landlebens kann, besonders frühmorgens und in der Dämmerung, Wildwechsel sein.
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Obwohl das Streckenprofil der meisten Autobahnen monoton ist, beansprucht das flotte fahren auf den Hochgeschwindigkeitstrassen den Zweiradfahrer außerordentlich.
Wer sehr schnell auf der Autobahn fährt, sollte daran denken, daß Autofahrer die Motorradgeschwindigkeit oft unterschätzen und die schmale Silhouette eventuell übersehen. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, beim Überholen den Blinker anzulassen, um dessen Signalwirkung zu nutzen.
Auch im Windschatten eines Brummis lebt es sich für schwach motorisierte Biker gefährlich. Zum einen kann der Fahrer durch zu dichtes Auffahren oft kaum mehr auf einen Bremsversuch des Vordermannes reagieren und kracht in den Brummi, zum anderen übersieht man Gegenstände, die eventuell auf der Fahrbahn liegen.
Die Monotonie einer Autobahnfahrt und die daraus folgenden Konzentrationsschwächen sollten Motorradfahrer nicht unterschätzen. Wer spürt, daß seine Gedanken abschweifen, die Muskeln schmerzen oder die Sitzposition immer unerträglicher wird, sollte diese Alarmsignale seines Körpers unbedingt beachten. Spätestens nach zwei Stunden fahrt sollte grundsätzlich gerastet werden, wenn möglich mit etwas Bewegung und einen kleinen Imbiß.
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Im Herbst lauern Regen, Nebel und erste Fröste auf den Motorradfahrer.
Für viele Motorradfahrer ist der Herbst die schönste Jahreszeit zum Biken. Rutschig wird?s jedoch, wenn Laub auf der Straße liegt. Auch unter trockenen Blättern klebt oft eine glitschige Schicht, die so glatt wie Seife sein kann. Es ist auch die Erntezeit, da ist besonders vorausschauende Fahrweise unabdingbar.
Frühmorgens oder in den Abendstunden lauert die Nebel- und Frostfalle: Die Sicht wird stark beeinträchtigt, und die weißen Schwaden "verschlucken" das Motorrad regelrecht. Am Morgen halten sich in Senken oder auf schattigen Straßenabschnitten Nässe und Rauhreif hartnäckig. Der starke Wildwechsel ist ebenso gefährlich.
In dieser zeit ist eine auffällige und helle Bekleidung besonders wichtig, wegen des oft trüben und diesigen Wetter. Dem Biker rauben ein außen oder innen beschlagenes Visier die freie Sicht. "Scheibenwischer" aus Gummi helfen da ab und innen halten ein paar Tropfen Spülmittel die lästige Begleiterscheinung meist zuverlässig ab. Oder man legt sich gleich ein Antifog - Visier zu.
Im Winter benötigt man eine Thermokombi und Funktionsunterwäsche ansonsten wird das frostige vergnügen schnell zu einer Tour mit Zähneklappern. Und die Sturmhaube sollte aus Kunstfaser sein. Da Baumwolle die Feuchtigkeit speichert wird diese schnell zu einem Eisbeutel.
Warme Hände und Füße sind zum stoppen sehr wichtig ansonsten geht das Gefühl für das Bremsen verloren. Elektrische Heizgriffe, Handprotektoren und über die Lenkerenden gezogene Stulpen sind der ideale Schutz.
Bei Neuschnee oder Schneematsch sollten die Bike im Stall bleiben. das Risiko ist zu groß.
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Matt-Scheibe: Ein zerkratztes Visier am Motorradhelm bringt höchstes Sicherheitsrisiko. Speziell bei Gegenlicht wird die fahrt zum Blindflug.
Die Ausfahrten in lauer Vollmondnacht sind in der Regel "Nachtflüge" per Motorrad, es ist alles andere als spaßig. Was in der Stadt an Licht zuviel ist, gibt es auf dem Land zu wenig: Das Starren in den spärlichen Leuchtkegel des Scheinwerfers ermüdet die Augen sehr rasch und läßt Hindernisse oder Tiere auf der Fahrbahn nicht rechtzeitig Erkennen. Umgekehrt in den Städten, wo die Lichterketten und Leuchtreklamen den Biker zum häufigen übersehen anderer Verkehrsteilnehmer machen.
Helle Kleidung , ein gut sichtbarer Helm sowie ein reflektierender Gurt sorgen für maximale Aufmerksamkeit. Dennoch ist das Risiko des Übersehen werden, sehr hoch (entsprechende Fahrweise ist deshalb oberstes Gebot).
Besonders gefährlich sind Kratzer im Visier, diese brechen das Licht des entgegenkommenden.
Gerade Nachtfahrten sind sehr ermüden, wer merkt das er nicht mehr konzentriert ist sollte eine Pause einlegen. Ein Nickerchen am Wegrand wirkt häufig wunder.
Dauerregen vermiest den Spaß. Da benötigt man eine geeignete Ausrüstung: eine dichte Regenkombi oder Kleidung mit einer sogenannten Klima-Membran, außerdem Passende Gummihandschuhe und -stiefel, die man über die Lederkleidung stülpt.
Gefahren bei Regen: - das effektive Bremsen bereitet Probleme, da die Haftung der Reifen bei nässe abnimmt. Kurvenfahrten sind auch gefährlich, die Räder rutschen schon vor der sonst üblichen Schräglage, ohne Vorwarnung weg. Wichtigste Regel - Abstand halten.
Frisch einsetzender Sommerregen macht die Straßen gefährlich, der Straßenschmutz in Verbindung mit Wasser wirkt wie Schmierseife. Ein angepaßter Fahrstil ist auf nasser Straße besonders wichtig.
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Auf großer Tour: Richtiges Packen stabilisiert das Bike.
Motorräder sind keine Lastesel und verhalten sich spürbar anders, wenn sie mit Sozia oder Sozius und Gepäck beladen sind.
Grundregeln: - vor der Tour mit viel Gepäck erst in den Kfz-Schein schauen, es darf nur die Differenz zwischen zulässigen Gesamtgewicht und vollgetankter Maschine zugeladen werden. (Also mit Gepäck und voller Montur auf die Waage, das festgestellte Gewicht zum Leergewicht addieren)
- Maschine auf zusätzliche Belastung einstellen. 1. erhöhen der Federvorspannung an den hinteren Federbeinen der Maschine, wenn nötig auch die Dämpfung,
- Luftdruck der Reifen erhöhen um etwa 0,2 bar (Ein Blick in die Bedienungsanleitung des Motorrades gibt Aufschluß über genaue Werte.) Bei manchen Maschinen kann man, meist durch erhöhen des Luftdrucks die Telegabel optimal anpassen.
Jetzt beginnt das Beladen, bei falscher Beladung gerät das Motorrad bei höheren Geschwindigkeiten ins Flattern. Der Tankrucksack ist die beste Ladezone. Die schwersten Gegenstände kommen nach unten, dann folgen die mittelschweren, die leichten werden oben verstaut. Das gleiche Prinzip gilt für die Koffer. Auf den Gepäckträger kommt nur leichtes Gepäck, wegen der Straßenlage.
Der Sozius sollte sich an den Hüften des Fahrers festhalten, dadurch bekommt er ein besseres Gefühl für Kurven, und das Rutschen nach hinten bei der Beschleunigung verringert sich. Bei starken bremsen, sollte sich der Beifahrer am Tank abstützen. Bei Kurven schaut der Beifahrer über die zur Kurveninnenseite zeigende Schulter.
Verändertes Fahrverhalten der Maschine durch zusätzliches Gewicht: - Motorrad läßt sich nicht so gut in die Schräglage bringen und wieder aufrichten
- der Bremsweg kann sich erheblich verlängern, das Verzögern wird durch die Last schwieriger
- es ist anfälliger für Seitenwind, durch die vergrößerte Seitenfläche.
Vor der großen Tour sollte deshalb mit dem beladenen Motorrad eine Probefahrt gemacht werden um sich besser darauf einstellen zu können.
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Gemeinsamer Ausritt: Urlaub mit den Biker-Freunden hat einen ganz besonderen Reiz.
Gruppenfahren erfordert Disziplin, Absprachen und Organisation. Am besten setzt man einen Fahrer mit Routine und Streckenkenntnis an die Spitze. Auch das Schlußlicht sollte von einem erfahrenen Biker mit leistungsstarker Maschine gebildet werden. Diejenigen auf den leistungsschwächeren Motorrädern oder weniger Fahrpraxis sind in der Mitte der Kolonne gut aufgehoben. Überholen während der Tour ist nicht angesagt, feste Reihenfolge wird beibehalten.
In der Gruppe wird man sehr schnell dazu verleitet dem Vorausfahrenden beim Überholen zu folgen.
Wer nicht genau weiß, daß er gefahrlos überholen kann, verschiebt dieses Überholmanöver besser.
Am besten fährt man leicht versetzt und mit genügend Abstand. Um den Hintermann nicht zu verlieren muß man öfter in den Rückspiegel schauen.
Eine Regel noch: wenn einer Tankt, dann Tanken alle, da das ständige anhalten ganz schön stressen kann.
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Meister - Prüfung: Ein Training ist die ideale Vorbereitung auf die Zweiradsaison.
Gemeint ist zum einen die körperliche Fitneß - der Motorradspaß erfordert neben Gelenkigkeit und Kraft auch hohes maß an Konzentration. Vor Saisonstart sollte die körperliche Fitneß auf Vordermann gebracht werden - schließlich stehen Konzentration und Reaktionsschnelligkeit im engen Zusammenhang mit der körperlichen Kondition und physischen Ausdauer des Fahrers.
Als zweiter Schwerpunkt: der Umgang mit der eigenen Maschine, da sich erwies das die ersten 500 km in jeder neuen Saison die größten Risiken bergen.
Es gibt noch andere Möglichkeiten als das reine Straßentraining, seine fahrerischen Fähigkeiten zu erhalten oder sogar zu verbessern. Dazu zählt die realistische Selbsteinschätzung der eigenen Möglichkeiten mit dem Bike. Beispiel Kurvenfahrten : Im menschlichen Gehirn ist eine "natürliche" Schräglagengrenze von etwa 20 Grad vorgegeben. Obwohl größere Schräglagen ohne Risiko gefahren werden können. Wer aber meint eine Schräglage von 45 Grad ohne Risiko fahren zu können schätzt sich auch nicht richtig ein. Diese subjektive Sicht muß erst erlernt werden, da sie nicht angeboren ist. Dies kann man in unserem Beispiel durch Üben auf einer Kreisbahn oder Slalomfahren erlernen.
Das Festigen dieser Kenntnisse führt zu Automatismen - sie laufen von selbst ab und man bedarf keines langen Nachdenkens. Diese Automatismen fürs Bremsen, Ausweichen oder die Flucht ins Gelände zu entwickeln, ist überlebenswichtig.
Um dies zu erlernen oder zu festigen empfiehlt es sich für Anfänger und Saisoneinsteiger an einem Motorrad- Sicherheitstraining teilzunehmen. Hier wird das Bremsen, und Ausweichen sowie auch das sicher Kurvenfahren geübt.
Der dritte Baustein wird auch in vielen Lehrgängen vermittelt, nämlich das kleine Einmaleins des mentalen Trainings. Es ist gleichsam eine "Trockenkurs" um Handlungsroutine herbeizuführen, und verbessert die eigenen Fähigkeiten. Es empfiehlt sich die Teilnahme an einem solchen Training. Die Voraussetzung: Bereits vorhandene Fahrpraxis, sonst fehlt das Vorstellungsvermögen für solche Übungen.
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